My MAYD Recruitment Experience

“You´ll just need to come by for a quick chat with one of our team leads, and you’ll be good to go!”

That’s what I was told during my phone interview for a job as delivery rider, after applying very easily, online. A week later I was heading to what turned out to be less of a chat and more of an induction.

Arriving at the cheap-n-fast-built company office, I entered a room where 10-15 People were sitting around a table. I texted an ex-rider friend and was reassured that her experience had been similar: short introduction video, then practically hired on the spot.

A company employee eventually rushed in, made an introduction in German, and then repeated the whole thing in English after a few people had raised their hands to indicate they didn’t understand. 

We introduced ourselves, highlighting our experience relevant to the job, and for those with prior riding experience, outlining the reasons why we had quit. He listened, impatiently, periodically interrupting with questions interspersed with some derogatory sounding comments.

He made us aware that there would be no break rooms and that shift scheduling wouldn’t always take our preferences into account. Of course it was possible to accommodate shifts in some cases, he said, but he literally frowned upon it.

After briefly answering a few questions he moved on, announcing we would all be notified the next day via e-mail if we got the job, but that a few of us would have to stay to give further personal details.

As soon as the first group had left, he immediately let the rest of us know he wanted us to work for the company. We indicated the hours we each wanted to work and when we could start, and then were promptly ushered out. The whole thing couldn’t have lasted more than 20 minutes, during which time we were left with a clear message that riders were the lowest tier of the company’s workforce, that we could not expect respect from higher-up staff, and that we were easily and immediately replaceable. 

Among those who had been filtered out were many non-German speakers, as well as every single ex-rider who on questioning had replied that they had been – in some form or other – unhappy with their former employer.

I had expected some typical start-up unpleasantness, but this was still alarming to me: it left me with an immediate wish to become that troublesome employee they were clearly looking to avoid.

This text is written by a FAU-member who recently started working at MAYD.

If you also wanna get on board, write us faub-aus |a] fau.org

[EN+DE] Another win against Cycle Logistics!

Wage theft is real and there’s only one cure: reach out to your colleagues and organise against bosses who think that stealing wages from the people that create their profits is a zero-risk endeavour! Yesterday, we won yet another case against Cycle Logistics in the Berlin labour court. The judge found in favour of our comrade for the lion’s share of the case, i.e. the falsely claimed minus hours, and our member will be paid his rightfully earned wages. We didn’t succeed in claiming the lesser part (holiday payments that were not granted), but all in all: it was two steps forward and one step back. Like a metaphor for organising at the workplace.

If you ever feel you’ve been left to face your problems alone at work, contact us! The union is there to help you negotiate and we will do everything in our power to solve the issue. We will negotiate, we will picket and we will go public. And as a last resort, we will also go to court. Because sometimes that’s necessary to show companies that next time they think it’s a good idea to not pay workers their wages, they need to be careful. If we win, they’ll have to pay not only the outstanding wages, but the court fees as well. Ignoring basic workers rights is not risk-free, not with us.

One last thing: join the union BEFORE the situation gets bad. It’s an act of solidarity towards us as an organisation and other workers who stand up against exploitation. The Workplace Group at Cycle Logistic did it, and so can you.

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Wieder gegen Cycle Logistics gewonnen!

Lohndiebstahl ist real, und es gibt nur ein Mittel dagegen: verbünde dich mit deinen Kolleg:innen und organisiere dich gegen die Chef:innen, die glauben, dass sie den Menschen, die ihre Gewinne erwirtschaften, risikolos den Lohn stehlen können!

Vorgestern haben wir einen weiteren Prozess gegen Cycle Logistics vor dem Berliner Arbeitsgericht gewonnen. Der Richter hat unserem Mitglied in der Hauptsache, dass heißt bei den zu Unrecht geltend gemachten Minusstunden, Recht gegeben. Unser Mitglied bekommt seinen rechtmäßigen Lohn ausgezahlt. Die nicht gewährte Urlaubsabgeltung haben wir nicht durchsetzen können, aber alles in allem: zwei Schritte vor und einen zurück. Wie eine Metapher für das Organisieren am Arbeitsplatz.

Wenn du das Gefühl hast, dass du bei der Arbeit mit deinen Problemen allein gelassen wirst, wende dich an uns! Die Gewerkschaft ist dafür da, dich bei Verhandlungen zu unterstützen. Wir werden alles in unserer Macht stehende dafür tun, um das Problem zu lösen. Wir werden verhandeln, demonstrieren und an die Öffentlichkeit gehen. Als letztes Mittel werden wir auch vor Gericht ziehen.

Manchmal ist das notwendig, um den Unternehmen zu zeigen, dass sie das nächste Mal vorsichtig sein müssen, wenn sie es für eine gute Idee halten, Arbeiter:innen um ihren Lohn zu prellen. Wenn wir gewinnen, müssen die Unternehmen nicht nur die ausstehenden Löhne zahlen, sondern auch die Gerichtskosten. Die Missachtung grundlegender Arbeitsrechte darf für Unternehmen nicht ohne Risiko sein – nicht mit uns.

Eine letzte Sache noch: Trete in die Gewerkschaft ein, BEVOR sich die Situation verschlechtert. Das ist ein Akt der Solidarität mit uns als Organisation und anderen Arbeitnehmer:innen, die sich gegen Ausbeutung wehren. Die Betriebsgruppe bei Cycle Logistic hat dies getan, und du kannst das auch.

FAU vs Cycle logistics, chapter 3

For close to a year, workers at Cycle Logistics have been organising against wage theft. Workers found missing hours on their invoices, reduced paychecks, and in some cases, no paychecks at all.

After months of worsening conditions and the management unwilling to listen, workers decided to demand their missing wages in court.

Join us at the labour court and fight against wage theft!

Date: 25 November
Location: Magdeburger Platz 1 (Arbeitsgericht), Room 222
Gathering time: 9:30 am
Case time: 10:00 am

All articles about Cycle logistics.

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Seit fast einem Jahr wehren sich die Beschäftigten bei Cycle Logistics gegen Lohndiebstahl. Auf ihren Lohnabrechnungen fehlten Stunden, Löhne wurden gekürzt und in einigen Fällen überhaupt nicht gezahlt.

Nach Monaten sich verschlechternder Arbeitsbedingungen und der Ignoranz des Managements, klagen die Beschäftigten ihre Löhne jetzt vor Gericht ein.

Komm zum Arbeitsgericht und kämpfe gegen Lohndiebstahl!

Datum: 25. November
Ort: Magdeburger Platz 1 (Arbeitsgericht), Raum 222
Versammlungszeit: 9:30
Gerichtstermin: 10:00

Aufruf zum Protest 07.11 in Leipzig

[Update 31.10.2021: FAU Berlin werden eine Truppe solidarische Riders schicken. Kommt mit!]

Wann: Sonntag, 07.11., 14:30 Uhr

Wo: Südvorstadt – Karli – Connewitz, Start Shakespearestr. 2

Wieso: Domino’s Pizza Leipzig (bzw. die Franchisefirma Effekt GmbH) ist in den vergangenen Wochen und Monaten massiv gegen unsere gewerkschaftliche Betriebsgruppe Dominoeffekt vorgegangen und unterläuft weiterhin gesetzliche Mindeststandards! Anstatt grundlegende Arbeitsrechte zu respektieren, möchte das Unternehmen anscheinend die Beschäftigten loswerden, die sich seit Monaten für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. Das werden wir nicht einfach so zulassen!

Daher rufen wir auf zum Protest und möchten alle solidarischen Menschen einladen, sich uns anzuschließen. Denn ein Angriff auf Einzelne ist immer ein Angriff auf uns alle – und wir werden uns verteidigen! Shame on Domino’s Pizza! Denn Klassenkampf muss praktisch werden.

Infos folgen hier, Instagram [@bgdominoeffekt] und Telegram.

Wir kündigen in unter 10 Minuten … Schäm dich Gorillas!

Statt sich um arbeitsvertragliche Mindeststandards zu kümmern, nimmt der Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas die wieder entbrannten Streiks als Anlass, um mehrere hundert Beschäftigte fristlos zu kündigen. Wir sagen es reicht – und erklären uns solidarisch mit allen gefeuerten Arbeiter*innen!

Seit den ersten von den Arbeiter*innen spontan selbst organisierten Streiks hat sich wenig an den Forderungen geändert: Immer noch geht es um willkürliche Kündigungen, nicht pünktliche oder nicht vollständige Bezahlung des Lohns, schlechte Schichtplanung, unsichere Ausrüstung, zu schwere Rucksäcke, Belästigung und Diskriminierung. Arbeiter*innen in drei Berliner Warehouses hatten genug von ständigen Versprechungen und Start-up-Ideologie, und traten Ende letze Woche wieder in den Streik. Das Unternehmen antwortete auf seine Weise: Mit massenweisen fristlosen Kündigungen.

Die Probleme sind bei vielen Lieferdiensten die selben wie unser aktueller Kampf bei Cycle Logistics zeigt – umso wichtiger ist es das Recht der Arbeiter*innen sich kollektiv zu organisieren und zur konkreten Beseitigung eines Missstands notfalls auch zu streiken klar zu verteidigen. Die europäische Grundrechtscharta garantiert im Prinzip ein individuelles Grundrecht auf Streik – dem müssen jetzt deutsche Gerichte folgen.

Für die betroffenen Arbeiter*innen heißt es erstmal konkret solidarische Hilfe zu organisieren und vor allem sich nicht wie im deutschen Arbeitsrecht vorgesehen vereinzeln zu lassen. Wir stehen in engem Austausch mit unseren Mitgliedern vor Ort und rufen weiterhin alle zur Unterstützung der kollektiven Aktionen auf!

→ Überblick über alle Aktivitäten bei Gorillas seit Jahresanfang sowie Einschätzungen zum deutschen Streikrecht: https://www.fau.org/artikel/was-geht-ab-bei-gorillas

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We fire in under 10 minutes … Shame on you Gorillas!

Instead of taking care of minimum labor contract standards, the food delivery service Gorillas uses the reignited strikes as a reason to terminate several hundred workers without prior notice. We say that is enough—and declare our solidarity with all fired workers!

Since the first spontaneously self-organized strikes little has changed in the demands: Still the issues remain arbitrary dismissals, not being paid on time or in full, poor shift scheduling, unsafe equipment, too heavy backpacks, harassment and discrimination. Workers at three Berlin warehouses, fed up with constant promises and start-up ideology, went on strike again late last week. The company responded in their way: with mass termination without notice.

The problems are the same in many delivery services as our current struggle at Cycle Logistics shows – all the more important it is to clearly defend the right of workers to organize collectively and to strike if necessary for the concrete elimination of a grievance. The European Charter of Fundamental Rights guarantees in principle an individual fundamental right to strike – German courts must now follow suit.

For the affected workers, the first step is to organize solidarity and, above all, not to allow themselves to be isolated as intended by German labor law. We are in close contact with our members on the ground and continue to call on everyone to support the collective actions!

→ Overview of all activities at Gorillas since the beginning of the year as well as assessments of the German right to strike: https://www.fau.org/artikel/was-geht-ab-bei-gorillas